Die Krippe


 

Vorwort

 

Nachdem wir im Mai 2009 unseren Kindergarten gegründet und schon einige Generationen von Elementarkindern auf ihrem Weg begleitet haben, wurde der Wunsch immer größer, auch für jüngere Kinder von zwei bis drei Jahren eine liebevolle Begleitung zu ermöglichen.

 

Unsere Krippengruppe befindet sich im 2. Obergeschoss unserer schönen alten Stadtvilla und ist geschmackvoll und auf die Bedürfnisse der Kinder angepasst eingerichtet.

 

Es ist uns sehr wichtig, dass die Kinder sich wie zu Hause fühlen und deshalb hat die ca. 50qm große pädagogische Fläche die Atmosphäre einer Wohnung beibehalten. Außerdem garantieren wir, dass wir nicht mehr als zehn Kinder aufnehmen werden. Die Kleinhaltung der Gruppe gibt den Kindern von Anfang an mehr Sicherheit und eine bessere Bindung zu den Erziehern.

Es gibt hier einen Küchenbereich, der in einen  großzügigen Spiel und Bewegungsbereich übergeht. Ein helles Atelier, einen gemütlichen Schlafraum und ein schönes Badezimmer.

 

Außerdem haben wir ein eigenes Außengelände mit einem Spielhaus, einen Sandkasten zum buddeln und matschen, und die Möglichkeiten zu klettern und zu balancieren. In unseren kleinen Blumen- und Gemüsebeeten können Pflanzen angebaut und beobachtet werden. Ein alter Birnenbaum begleitet uns durch die Jahreszeiten und lässt sie uns erleben. So ernten  wir zum Beispiel im Spätsommer die Birnen und  pressen unseren eigenen Saft daraus.

 

 

Pädagogische Ansätze

 

Das Leitbild

In unserer Krippe  ist uns eine liebevolle und familiäre Atmosphäre wichtig, um für die Kinder ein zweites Zuhause zu schaffen. Sie sollen sich bei uns wohl- und geborgen fühlen, um mit weiteren Schritten gestärkt ins Leben zu gehen. Das Vertrauen des Kindes in uns, aber vor allem in sein eigenes Können und Handeln ist uns sehr wichtig. Dies ist nur möglich, wenn die Kinder eine gute Bindung zu unseren ausgebildeten Erziehern aufbauen können. Außerdem ist die Zusammenarbeit mit den Eltern,und ein guter Austausch, sowie ein respektvolles Miteinander unentbehrlich.

 

Ohne Eltern geht es nicht!

 

 

 

Pädagogische Grundlagen

 

Die Grundlage unserer Krippenarbeit bilden:

  · Das Konzept der Pädagogik von Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg

  · Eingewöhnung nach dem Berliner Modell

  · Rhythmisierter und konstanter Tagesablauf.

 

 

Emmi Pikler:

Die ungarische Kinderärztin Emmi Pikler fragte sich vor über 70 Jahren, was ein gesundes Kind braucht, um sich gut zu entwickeln. Und sie fand Antworten, die auch heute noch aktuell sind.

 

Emmi Pikler vertrat die Ansicht, die Persönlichkeit eines Kindes könne sich dann am besten entfalten, wenn es sich möglichst selbstständig entwickeln darf. Aufgabe der Erwachsenen sei es, dem Kind Geborgenheit in sicheren, stabilen Beziehungen zu vermitteln und seine Umgebung so zu gestalten, dass das Kleinkind entsprechend seinem individuellen Entwicklungsstand selbstständig aktiv werden könne. Daher umfassen die vier Prinzipien der Pikler-Pädagogik:

 

  - Respekt vor der Eigeninitiative des Kindes und die Unterstützung seiner selbstständigen Tätigkeit,

  - Unterstützung einer stabilen persönlichen Beziehung des Kindes zu relativ wenigen, aber vertrauten Bezugspersonen,

  - Bestreben, dass  sich jedes Kind angenommen und anerkannt fühlt,

  - Förderung des optimalen körperlichen Wohlbefindens und der Gesundheit des Kindes.

 

Um das zu erreichen, sind nach der Pikler-Pädagogik insbesondere drei Aspekte wichtig:

 

  - Pflege, die als behutsame körperliche Versorgung und als Kommunikation mit dem Kind geschieht und immer darauf

    achtet, dass das Kind nach eigenem Wunsch beteiligt wird,                

  - Bewegungsentwicklung, die das Kind aus eigenem Antrieb und nach eigenem Rhythmus macht, ohne die lenkenden

    und beschleunigenden Eingriffe des Erwachsenen,

  - Spiel, das frei und ungestört in einer geschützten, altersgemäßen Umgebung stattfinden kann.

 

Spiel und Bewegung Elfriede Hengstenberg:

Ziel der Hengstenberg- Methode ist u. a., dass die Kinder durch das selbständige Überwinden von Widerständen und Schwierigkeiten jene innere Aufrichtung und Spannkraft, die Ihnen bei einer „helfenden“ Erziehung so rasch verloren geht, (wieder-)gewinnen und ihren eigenen Rhythmus leben.

 

Kinder brauchen dazu Erwachsene, die sie begleiten, ohne vorschnell in ihre Aktivitäten einzugreifen, sie brauchen Anteilnahme, kein übertriebenes Lob, Vertrauen, Geduld und Gelassenheit. Diese Haltung versuchen wir Erzieherinnen in dem Projekt als „wohlwollende Beobachter“ einzunehmen.

 

Wir arbeiten dabei mit der von Elfriede Hengstenberg entwickelten Geräte, die sich über die Jahrzehnte als optimal geeignet herausgestellt haben, wie z.B. freistehende Leitern, die zum Teil mit Balancierstangen oder Brettern verbunden sind, Kippelscheiben, Vierkanthölzer, Rutsch- und Kippelbrett u.v.m..

 

 

Eingewöhnung nach dem Berliner Modell:

Unser Anliegen ist es, dass sich das Kind bei uns wohl fühlt und ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Kind, Eltern und Kindergarten aufgebaut werden kann. Daher gestalten wir die Eingewöhnungsphase gemeinsam mit den Eltern individuell nach den Bedürfnissen des Kindes. Das Kind bekommt so viel Zeit wie nötig, um sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen und neue Bindungsbeziehungen zu knüpfen. Dabei orientieren wir uns an dem Berliner Eingewöhnungsmodell (oder auch ‚Infans-Modell’).

 

Eine Erzieherin begleitet das Kind in dieser Zeit besonders und kann zukünftig als Bezugsperson angenommen werden. Sie wendet sich dem Kind intensiv zu und unterstützt den Ablöseprozess zwischen Elternteil und Kind. Die Bezugserzieherin bleibt auch über die gesamte Krippenzeit die Hauptansprechpartnerin für die Familie, sie ist zuständig für die verschiedenen Dokumentationen und führt auch die regelmäßigen Elterngespräche.

 

 

Rhythmisierter und konstanter Tagesablauf:

Besonders Kinder in den ersten drei Lebensjahren benötigen in ihrem Alltag ein hohes Maß an Konstanz, damit sie in der – für sie immer wieder unbekannten und überraschenden Umwelt – Halt, Überblick und Orientierung finden und so auch zunehmend handlungsfähiger werden können. Für ein junges Kind ist alles neu – es verfügt über die gleichen Wahrnehmungsmöglichkeiten wie ältere Kinder oder Erwachsene, aber es fehlen ihm noch die Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten, die vielen Eindrücke zu sortieren, zu verstehen und deren Bedeutungen zu erfassen. Da sehr junge Kinder sich besonders über ihre Wahrnehmung orientieren, sind sie sogar besonders offen für Reize, denn alles kann von Bedeutung sein. Sie schauen, riechen und fühlen, sie bewegen sich in der Welt und spüren die Eigenschaften der Umgebung wie Oberflächen, Temperatur, Stimmungen und Atmosphäre. In dem, was sie wahrnehmen, suchen sie eine Ordnung. Sie entdecken Zusammenhänge und Strukturen, die es ihnen immer mehr ermöglichen, Ereignisse vorherzusehen und auch nach ihren Bedürfnissen und Intereressen zu beeinflussen.

 

Je jünger das Kind ist, desto mehr Kontinuität ist in der Tagesbetreuung erforderlich. Es muss ein Rahmen gesichert werden, der den vielfältigen individuellen Lebenslagen, Bedürfnissen und Aktivitäten Raum gibt.

 

Die wichtigste Konstante in der Tagesbetreuung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren ist der Rhythmus im Tagesablauf mit seinen Wiederholungen, Ritualen und Regeln. Er dient den Kindern dazu, sich in diesem Zeitraum zu orientieren und schafft Verlässlichkeit.

An jedem Tag muss der Übergang von zu Hause in die Einrichtung bewältigt werden. Dies gelingt leichter, wenn dieser Schritt in einer bestimmten Abfolge mit ritualisierten Handlungen erfolgt und ausreichend Zeit zur Verfügung steht.

Nachdem sich die Kinder von ihren Eltern verabschiedet haben, steht ein reichlich gedeckter Frühstückstisch bereit. Von hier aus hat man einen guten Start in den Tag.

 

 

Öffnungszeiten unserer Einrichtung

Montags-Freitags jeweils von 8-15 Uhr

 

Wichtig für die Kinder und das Erzieherteam ist, dass die Kinder bis spätestens 9 Uhr gebracht werden.

Dies ermöglicht ein gutes Ankommen in der Gruppe und  gewährleistet, daß die Kinder nicht unnötigem Stress ausgesetzt werden und in Ruhe frühstücken können.

 

 

Die Begrüßungsrunde

Auf ein vertrautes Zeichen hin sucht sich jedes Kind sein Kissen und es kommen alle Kinder und Erzieher an einem bestimmten Platz in der Gruppe zusammen. Jede/r wird mit einem Ritual begrüßt, es wird gespielt, gesungen und erzählt. Ein Übergangsritual entlässt die Kinder in die nächste Phase.

 

 

Die Mahlzeiten

Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in den ersten drei Lebensjahren bedeutet auch, grundlegende Kulturtechniken zu vermitteln und einzuüben. Die Mahlzeiten sind hierzu eine gute Gelegenheit. Sie sind Etappen, bei denen es um die Befriedigung von grundlegenden Bedürfnissen geht, bei der aber auch Gemeinschaft in der Gruppe gelebt und Regeln des Zusammenlebens gelernt werden können. Diese Regeln schränken zwar die persönliche Freiheit der Kinder mitunter ein, garantieren aber auf der anderen Seite einen übersichtlichen Ablauf und beruhigen die Mahlzeiten.

Die Ernährung der Kinder ist Teil des pädagogischen Konzeptes und daher ein wichtiger Aspekt unserer Arbeit. Wir bieten den Kindern täglich ein gesundes und abwechslungsreiches Frühstück an.

Die Kinder können gemeinsam gemütlich frühstücken und werden dabei begleitet und auch ermutigt, beim Zubereiten (wie z.B. Obst schneiden) zu helfen.

Unser Koch bereitet bei uns im Haus täglich ein vollwertiges und kindgerechtes Mittagessen zu.

 

 

Das Schlafen

Es ist ein großer Schritt für ein junges Kind, sich in einer neuen Umgebung Schlafen zu legen. Es setzt großes Vertrauen voraus und in der Regel ist das Kind erst zum Ende der Eingewöhnungszeit bereit dazu. Persönliche Plätze, Übergangszeremonien und Objekte, zumindest für den Mittagsschlaf feste Zeiten, die auf die einzelnen Kinder abgestimmt sind, helfen sehr, Ihnen diesen Schritt zu erleichtern. Insgesamt ist das Schlafverhalten der Kinder sehr viel entspannter wenn es dafür regelmäßige Zeiten gibt. Der kleine Körper kann sein Bedürfnis nach Aktivität und Ruhe leichter befriedigen, wenn er hierfür in einem regelmäßigen Rhythmus Angebote erhält und Gewohnheiten ausbilden kann.